
Quelle: Ortrun_Lenz, pixabay
Waschbär im Jagdhausgarten auf Futtersuche
Waschbär trifft auf Fuchs
Waschbär sucht vor Fuchs das Weite
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeines
2. Lebensweise / Verhalten
3. Nahrung
4. Merkmale
5. Sinnesorgane
6. Revier / Populationsdichte
7. Bau
8. Paarung
9. Nachwuchs
10. Kommunikation
11. Lautäußerungen
12. Feinde
13, Krankheiten
.
Alter: 2 - 3 Jahre
Körperform: stämmig und kompakt gebaut, Körper gedrungen, langer Schwanz
GRÖSSE:
♂: 43 - 67 cm, ♀: 45 - 60 cm
GEWICHT
♂: 3,5 kg - 10 kg, ♀: 3,0 kg - 6,5 kg
SCHNELLIGKEIT: 20 - 25 km/h
SPRÜNGE:
aus der Höhe 12 - 18 m
REVIERGRÖSSE: idR nutzen Weibchen 25–50 ha, Männchen 40–50 ha oder mehr
Leben als: Einzelgänger, Weibchen bilden jedoch mit ihrem Nachwuchs Familiengruppen.
Fuchsfamilien
Sind gesellige Tiere, bilden Familienverbände aus Mutter und Nachwuchs, bleiben bis zu 1 Jahr zusammen, oft bis zur nächsten Fortpflanzungsperiode. Männchen schließen sich zudem in lockeren Gruppen zusammen, während Weibchen standorttreu sind und feste Reviere nutzen.
nachtaktiv.
Am Tag: verbringen den Tag schlafend in Baumhöhlen, Fuchs- oder Dachsbauten sowie in Gebäuden
(200 - 400 g pro Tag)
Ausgesprochener Allesfresser. Ein Drittel der Nahrung pflanzlichen Ursprungs, meist Samen und Früchte. Ein Drittel der Nahrung Wirbellose, meist Insekten und Würmer. Ein Drittel der Nahrung Wirbeltiere, meist Amphibien und Fische. Nahrungsspektrum unterliegt großen saisonalen Schwankungen. Im Frühjahr überwiegt tierische Nahrung. Im Sommer und Herbst überwiegt pflanzliche Nahrung. Im Winter bei Schneelage können Waschbären oftmals wochenlang fasten.
nein
Beine: Vorderpfoten sehr guter Tastsinn
Schnauze: Nase Fuchsähnlich, 40 Zähne
Gesicht: Schwarze Maske um die Augen, weiß umrandet
Ohren: klein, abgerundet, stehen aufrecht
Geruchssinn: 400 x besser als der des Menschen.
Augen: können nachts sehen. Maske als Blendschutz- werden durch Licht nicht geblendet.
Sehschärfe ist etwa mit der des Menschen vergleichbar, jedoch sind sie farbenblind
Körper: stämmig, etwas Katzengroß
Fell: Dicht, langhaarig und wasserabweisend, grau-braun bis gräulich
Hals, Brust, Bauch: weiß.
Schwanz: Buschig, 5–10 schwarze Ringe
OHREN
Tastsinn (Vorderpfoten & Vibrissen):
Wichtigster Sinn. Sind extrem sensibel, besitzen keine behaarte Haut und können im Wasser ihre Sensibilität noch steigern (was fälschlicherweise wie „Waschen“ aussieht).
Zudem nutzen sie ihre Schnurrhaare (Vibrissen) an Gesicht und Pfoten zur Orientierung im Dunkeln.
Gehör:
Sehr feines Gehör. Können Geräusche von Insekten / Würmern unter der Erde wahrnehmen.
Geruchssinn:
Sehr gut ausgeprägt, was ihnen hilft, Nahrungsquellen aufzuspüren.
Sehsinn:
Sehen gut im Dämmerlicht, ihre visuelle Wahrnehmung spielt jedoch eine untergeordnete Rolle und ist nicht extrem gut ausgebildet. Sie sind weitgehend farbenblind, können aber vermutlich Grünnuancen unterscheiden
Gedächtnis und Intelligenz:
Waschbären besitzen ein hervorragendes Gedächtnis und hohe Lernfähigkeit. Sie können sich Futterquellen, komplexe Wege und sogar das Lösen von Mechanismen (z.B. an Mülltonnen) über Jahre merken.
Städtische Gebiete: Dichten von 10 bis über 50 Tiere pro km² keine Seltenheit
Ländliche Gebiete: Dichte eher bei maximal 4 Tieren pro km²
Baumhöhlen, Fuchsbauten, Dachböden, Schuppen oder Kanalisationssysteme
Jan - Mrz
Falls ein Weibchen nicht trächtig wird oder die Jungen verliert, kann es im Mai oder Juni zu einer erneuten Paarung kommen
TRAGZEIT: 65 Tage
WELPENANZAHL: 2 - 5
GEBURTSTERMINE: meist Mitte April
AUSSEHEN: 65–75 Gramm, taub, blind, gelblich behaart
SÄUGEN: 6 bis 8 Wo
ERSTE ZÄHNE: mit ca. 4 Wo
MOBILTÄT: ca. 6 Wochen (laufen + klettern)
ÖFFNEN DER AUGEN: nach 2–3 Wochen
WELPENAUFZUCHT: F
VERLASSEN DER HÖHLE: verlassen nach 4–6 Wochen erstmals das Nest
Komplette Selbständigkeit: Im Herbst trennen sich die Jungen von der Mutter; männliche Tiere wandern weiter ab als weibliche
Ausgewachsen: im Herbst
GESCHLECHTSREIFE
Waschbärenweibchen (Fähen) werden oft schon mit etwa einem Jahr geschlechtsreif, während Männchen (Rüden) manchmal erst im zweiten Jahr fortpflanzungsfähig sind
Lautäußerungen (akustisch):
Waschbären sind sehr geräuschvoll. Zu den Lauten gehören ein keckerndes Geräusch, Schnurren, Fauchen, Kreischen, Brummen und Wiehern. Jungtiere zwitschern, um mit der Mutter zu kommunizieren.
Geruchsmarken (olfaktorisch):
Sie nutzen Latrinen, um ihr Revier zu markieren und mit Artgenossen zu kommunizieren. Dabei werden neben Urin und Kot auch Sekrete aus Analdrüsen eingesetzt.
Körpersprache (visuell):
Die auffällige Gesichtsmaske und der geringelte Schwanz spielen eine Rolle bei der visuellen Kommunikation. Bei Futterrivalen wird das Fell aufgeplustert, um größer zu wirken.
Tastsinn (haptisch):
Waschbären sind bekannt für ihre extrem geschickten Pfoten, die sie zur Erkundung und Interaktion nutze
Lautäußerungen: bis 200 verschiedene Laute
gurgelndes Zirpen
bei Nahrungssuche
Zirpen/Trillern:
Ein vogelähnlicher Laut, der zur Kommunikation in der Gruppe dient, oft bei der Futtersuche.
Schnurren:
Ähnlich wie bei Katzen, signalisiert Zufriedenheit oder Stressfreiheit.
Knurren und Fauchen:
Warnsignale, wenn sich Waschbären bedroht fühlen oder untereinander streiten.
Kreischen/Geplapper:
Laute, aggressive Äußerungen bei Kämpfen oder Revierstreitigkeiten.
Wiehern:
Ein seltenerer Laut, der ebenfalls zur Kommunikation gehört.
Fiepen:
mitunter weit hörbare Lautäußerung (hundert Meter), die zumeist in sozialen Streßsituationen zu hören ist. Hier trifft ein Waschbär auf ein ihn unbekanntes, jüngeres Tier. Die aggressive Grundstimmung ist durch eingestreute Knurrgeräusche erkennbar. Bei Jungtieren ist ein ähnlicher Ton auch bei Unruhe oder beim Verlangen nach etwas zu hören
Hohe Töne, die besonders von Jungtieren genutzt werden, um nach der Mutter zu rufen (Wav-Datei: 9 sec; 152 Kb)
Schnirken oder Kekkern:
Die am häufigsten bei Waschbären zu vernehmende Lautäußerung, offenbar wird damit ein Kontaktbedürfnis (z. B. der Jungen zur Mutter) oder eine gewisse Unzufriedenheit angezeigt
Kampfgeräusche:Knurr- und Kreischlaute.
Typisch für die sehr aggressive Stimmung sind die dominanten geräuschhaften Diese sind unter Umständen weit hörbar. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit entsprechenden Lauten, die man bei Auseinandersetzungen unter Mardern hören kann. Bestes Indiz dafür, dass die Laute von Waschbären stammen, sind die immer wieder hörbaren charakteristischen Fieptöne. Dieses einmalige Tondokument entstand bei der experimentellen Zusammenführung zweier Waschbärgruppen im Gehege
Spielgeräusche:
Junge Waschbären beim Beißspiel. Eine Lautäußerung, die nur auf geringe Distanz (wenige Meter) zu hören ist.
9. FEINDE
Wolf, Uhu, Seeadler, Luchs, Fuchs, Straßenverkehr, Jagd
11. KRANKHEITEN
Waschbärspulwurm, Staupe, Tollwut
TOLLWUT
Seit 2008 gilt Deutschland nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) als frei von terrestrischer Tollwut. Damit stellt der Fuchs für den Menschen keine Gefahr mehr dar.
Waschbärspulwurm
Der Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis) ist besonders relevant, da er durch Kot auf Menschen übertragen werden kann und schwere Organschäden verursacht. Ein Sicherheitsabstand und Hygiene (Handschuhe) sind beim Umgang mit Hinterlassenschaften essenziell.
Sehr häufig (bis 95 % Befall), Eier im Kot sind extrem widerstandsfähig. Die Larven können beim Menschen Organe, Augen oder das Gehirn schädigen.
Staupe
siehe Seite Fuchs - hier ausführlich beschrieben